Seelenlyrik
von Kathrin Steltenpohl
Gedichte

Eine kleine Auswahl ...

 

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Immer scheint es

dort zu sein,

nur nicht hier.

 


Nie ist es da,

nie ist es jetzt –

denken wir.

 


Doch in Wahrheit

ist es ganz anders,

ja völlig umgekehrt.

 


Das Paradies ist zugegen.

Nie ist es nebenan

und auch nicht anderswo.

 


Das Paradies ist präsent,

jeden Herz- und Wimpernschlag,

jede Seinssekunde.

 


Es ist gegenwärtig,

in dir und in mir –

immer und immer und immer ...


 

Ganz nah und unmittelbar

träumt es sich

in dich und mich hinein.


 

Und plötzlich

fällt auch uns wieder ein:

Das Paradies, das sind ja wir!


 


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Traumwellen
erreichen mich in mancher Nacht,
durchdringen mich dann mit aller Macht.
Sie erweichen meine spröden Sinne
und versprechen tausend schöne Dinge.


Traumwellen dieser Art
erlebe ich jedoch nur bei Nacht,
während Ungeahntes in mir erwacht.
Sie umgarnen sacht mein inneres Wesen
und versuchen ungestört in mir zu lesen.


Traumwellen bei Nacht
sind ein Segen für jene Tage,
an denen ich nach Hoffnung frage.
Sie ruhen still im tiefen Seelenmeer,
doch steigen sie empor, ist nichts mehr leer.
 


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In deiner Seelenweite
bist du selbstvergessen wie ein spielendes Kind,
erlebst dich mal stürmisch, mal sanft wie der Wind.


In deiner Seelenruhe
verliert sich prompt die Macht der irdischen Dichte,
zeigt sich sogleich all deine Kraft in neuem Lichte.


In deiner Seelentiefe
fließt nur noch ein Strom unsäglich milder Klarheit,
sprudelt fast über in seiner endlos prickelnden Wahrheit.


In deiner Seelennähe
entfernen sich alle Schattengestalten im Strahlen der Sonne
und flugs wandeln sich alle Lichtgewalten zu wahrer Wonne.


Verstehe:

Deine Seele
ist Weite,
ist Ruhe,
ist Tiefe,
ist Nähe.
 

 

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Des Menschen Seele
hat sich eine Welt kreiert,
in der nichts als Liebe agiert.


Des Menschen Seele
ist ein Reich ohne Schranken,
um das sich nur Freiheiten ranken.


Des Menschen Seele
ist wie ein Lichthimmel ohnegleichen,
in dem sich die Sterne noch erreichen.


Des Menschen Seele
ist wie eine Residenz der Stille,
völlig frei von Dekadenz und Wille.


Des Menschen Seele
ist wie ein Garten voller Pracht,
in dem das Sein erblüht – ganz sacht.


Des Menschen Seele
weiß jedoch nichts von Emotionen,
die sich ohnehin nicht lohnen.


Des Menschen Seele
kennt auch keine irrigen Gedanken,
die sinnlos im Verstande wanken.


Des Menschen Seele
ist nur jene Welt, die konstatiert,
dass im Grunde nichts als Liebe existiert.
 



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So oder so ist diese Welt –
mal bringt sie dich ins Wanken,
mal ist sie frei von Schranken.


So oder so ist diese Welt –
mal führt sich dich ins Unliebsame,
mal schenkt sie dir ihre Anteilnahme.


So oder so ist diese Welt –
mal hält sie dich im Vagen gefangen,
mal lässt sie dich ganz neu anfangen.


So oder so ist diese Welt –
mal betrachtest du sie voller Ernst,
mal denkst du, dass sie nur scherzt.


Wie auch immer –
dies ist eine Welt,
die dich in Atem hält.


Denn warum auch immer –
dies ist eine Welt,
die dir ein Dasein stellt.


So oder so –
denn dies ist eine Bilderwelt,
die allzu leicht aus dem Rahmen fällt.



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Ein Wolkenweiß durchbricht das Himmelsblau,
und ein Sonnengelb durchdringt das Tagesgrau.


Gedankengefieder ziehen bedächtig vorüber,
und Erinnerungsfunken kehren umgehend wieder.


Gefühlswellen strömen gemächlich vorbei,
und Erkenntnisstrahlen schnellen flugs herbei.


Das Weltensein beginnt neu zu erblühen
und möchte nichts als Liebe versprühen.


Herzenspforten öffnen sich dem Geschehen,
und Seelenfenster offenbaren ihr Verstehen.


Schattenfluten weichen staunend zurück,
und Lichtkränze erscheinen in glanzvollem Glück.


Wer hätte gedacht, dass dies noch geschieht,
dass der Nachtdämon wieder entflieht?


Wer hätte geglaubt, dass dies so passiert,
dass die Lichtgewalt wieder regiert?


Es ist wohl einerlei, darüber zu sinnieren
und sich im Fragespiel zu verlieren.


Bestimmt war es eine Sternenmeisterhand,
die in der Weltensehnsucht zu lesen verstand
und dann ein Wolkenweiß im Himmelsblau erfand.
 

 

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Sternenwispern
schwirrt durch Raum und Nacht,
geleitet dich in einen Sphärentraum.

Nichts ist mehr bedingt,
nichts mehr beschwert.

Was dich erreicht,
ist nur noch Sinn.

Was dich erhebt,
ist nur noch Sein.

Die Welten Sicht verwischt.
Die Macht des Scheins entschwebt.

Denn in dies Sternenwispern gebettet
vergehen mehr und mehr Zeit und Raum
und du erlebst nur noch die Essenz des Traums.




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Wer nach den Herzensgesetzen handelt

und zugleich auf Seelenpfaden wandelt,

dem wird Unendlichkeitsglück begegnen,

dieweil ihn  Sphärengeschicke segnen.



Denn wer nur nach den Herzensregeln spielt

und dabei seine Seelenkreise zieht,

dem wird ein Ewigkeitszauber gezeigt,

der jede Daseinsidee übersteigt.




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Dein Herz ist wie aus Glas,
jedoch unzerbrechlich.

Ganz und gar durchscheinend
lässt es alle Liebe-Ströme
sichtbar fließen.

Bis ins Tiefste pochend
- seine Schläge, seine Kraft –
lässt es Mythen zersplittern.

Und nur Lichtgesichter
spiegeln sich in ihm,
während Masken verblassen.

Ja,
dein Herz ist wie aus Glas,
jedoch unzerstörbar.



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In meiner Einsamkeit

bin ich nicht verlassen,

nicht verloren,

nur geborgen

und gelassen.

 

 

In meiner Einsamkeit

bin ich nicht allein,

nicht getrennt,

nur befreit

und zu allem bereit.

 

 

Denn nur in der Einsamkeit

erfahre ich,

was ich bin,

und wer ich bin.

 

 

Denn nur in der Einsamkeit

erlebe ich,

dass ich bin,

und wie ich bin.

 

 

Denn nur in der Einsamkeit

zeigt es sich:

Ich will es nicht mehr sein,

ich bin bereits eins.




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