Seelenlyrik
von Kathrin Steltenpohl
Seelengesichter


Seelengesicht (1)


Zeig mir dein Profil, dein wahres.
Lass mich sehen, wer du bist.

Schau nicht weg,
wenn ich sie suche,
deine inneren Konturen.

Sieh nur hin,
wenn ich es finde,
dein verborgenes Seele-Sein.

Und dann:

Lass uns gemeinsam erkennen,
wer du ohne Maske bist.





Seelengesicht (2)


Dein Antlitz zu betrachten
heißt, mich selbst zu achten.

Deine Präsenz zu erleben
bedingt, mich selbst zu beleben.

Deiner Stimme zu lauschen
bedeutet, mich selbst zu berauschen.

Dein Format zu benennen
verlangt, mich selbst zu erkennen.

Denn nur durch dich
erfahre ich mich
und gelange so
zum Sein an sich.





Seelengesicht (3)


Dein inniger Blick
trifft
meine tiefsten Gründe.

Dein inniger Blick
überwindet
mein äußeres Ich.

Dein inniger Blick
erfasst
mein verborgenes Sein.

Und so läutert er mich –
dein Seelenblick.





Seelengesicht (4)


Das Kolorit deiner Seele
leuchtet geheimnisvoll auf.
Werke gnadenloser Echtheit
entstehen Ton in Ton.
Und was sich jetzt
auch mir offenbart
ist nichts als pure Lebenspracht.

So bist du
- nicht nur für mich -
ein Meister schönster Lebenskunst
und ein Kontrastgeber
in monotonem Zeitendunst.

Als Wegbereiter
der unübertroffenen Art,
bist du gleichsam noch Kind,
das an ein Leben in Farbe glaubt
und so
dem Spiel und Sinn
des Lebens vertraut.

Es wäre eine Sünde ohnegleichen,
deinem Seelen-Sosein auszuweichen.





Seelengesicht (5)


DU
- der ewige Held deiner Gedankenwelt -
bist kein Traumichnicht,
der sein Ziel verkennt.

DU
- eingebettet in Sehnsuchtsfarben -
bist keine fade Gestalt,
die ihren Weg verfehlt.

Denn DU
warst schon immer ein tiefklares Geistesblau,
ein sattwaches Zuversichtsgrün
und ein leuchtend reines Herzkraftrot.